Soul gegen Bomben
von Eva-Maria Schleiffenbaum - 02.03.2009
Die Jazz- und Soulsängerin Jocelyn B. Smith kämpft mit ihrer Musik für das Verbot von Streumunition. Starfotograf Jim Rakete und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries unterstützen sie dabei. Beim 25. Pariser Platz der Kulturen stellten die drei Persönlichkeiten das Musikprojekt vor.
„Ich war schockiert, als ich von den Folgen der Streubomben erfuhr“, so Jocelyn B. Smith. „Vor allem die verunglückten Kinder taten mir leid.“ Die Betroffenheit der amerikanischen Sängerin reichte so weit, dass sie den Verein „Yes, we can“ gründete, mit dem sie das Aktionsbündnis „Landmine.de“ unterstützt. Im Rahmen ihres Vereins, der sich für Kinder in Not einsetzt, startete Smith das Projekt „Higher Love – Kinder singen für Kinder“. Mit 100 Berliner Schulkindern nahm sie im Studio von Radio Multikulti zwei Songs auf und stellte diese ins Internet. Dort kann man sie kostenlos herunterladen und die Aktion mit einer Spende unterstützen. Doch damit nicht genug: Smith und die Kinder hatten im Mai 2008 einen Auftritt bei der Dubliner Konferenz zum Verbot von Streubomben. Auch bei der Osloer Folgekonferenz im Dezember 2008, bei der der Abschlussvertrag unterzeichnet wurde, traten sie auf. Der Erlös der Konzerte und der Spenden kommt den Kindern zugute, die durch Streubomben verletzt wurden.
Das Publikum war begeistert, als Jocelyn B. Smith beim Pariser Platz der Kulturen auftrat. Gemeinsam mit 50 Kindern sang sie die Lieder „Higher Love“ und „Yes, we can“. Im anschließenden Gespräch mit Jim Rakete und Brigitte Zypries klärte die Soulsängerin, was ihre Musik mit Streumunition zu tun hat.
Streubomben haben weltweit schon 100 000 Opfer gefordert. Sie töten ebenso wahllos wie Landminen und hinterlassen viele Blindgänger, die noch Jahre nach einem Konflikt die Zivilbevölkerung bedrohen. Im Gegensatz zu Landminen enthält Streumunition mehr explosive Kraft und führt schneller zum Tod. Die Opfer der Streubomben sind zu 98 Prozent Zivilisten, 27 Prozent davon sind Kinder.
Jim Rakete ist vom Erfolg des Projekts überzeugt: „Ich war selber zehn Jahre lang im Musikbusiness und weiß, wie sehr Musik das Bewusstsein verändern kann. Spenden allein würden nicht helfen – Jocelyn betreibt kulturelle Außenpolitik!“ Auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries unterstützt die Initiative. Smiths Engagement sei ein wichtiger Beitrag zum Kampf gegen Streumunition. „Am 3. Dezember 2008 haben 94 Staaten, darunter auch Deutschland, den Vertrag in Oslo unterzeichnet. Das ist ein erster großer Schritt. Das Ziel ist jedoch, dass alle Länder der Verbotsvertrag unterschreiben“, so Zypries. Jocelyn B. Smith erhielt das letzte Wort. Sie ergriff es, indem sie noch ein Lied spielte.
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Foto (Presse Blondell): Bundesjustizministerin Brigitte Zypries,
Jim Rakete,
Jocelyn B. Smith u. Moderator Volker Wieprecht |